Trainingswochenende in Chur

Vielleicht können sich ja die einen oder anderen noch erinnern. Vor knapp einem Jahr waren wir auch schon an einem Trainingswochenende in Chur, nur dass Xändi damals noch eine Anfängerin war…

Die Belohnung ist doch das Beste!

… und ich mit dem grossen Problem «wildes Bellen» am Start zu kämpfen hatte. Das hat sich in der Zwischenzeit massiv gebessert und nur wenn Xändi manchmal findet, ich könnte ein bisschen flotter vorwärts machen, werde ich akustisch mit ein, zwei Bellern darauf aufmerksam gemacht 😌.

Samstagmorgen

Nach der morgendlichen Begrüssung erfuhren wir, dass wir bei Peter Keller mit fünf anderen Trail-Teams eingeteilt waren. Die Wünsche oder eventuelle Probleme wurden von den einzelnen Teilnehmern abgefragt, damit Peter individuell bei den Trails darauf reagieren konnte.

Für Xändi wurde ein Einlauftrail vorbereitet, damit eventuelle Fehler der letzten Woche ausgemerzt werden konnten.

Das Startritual ist das A und O. Nachdem ich Xändi am Start jeweils ins Platz gebracht hatte, konnte ich das Bellen praktisch eliminieren, dafür war die Position quer statt parallel zu mir. Der Start ist trotzdem immer gut, doch wir arbeiten daran, die Lage von Xändi sukzessive anzupassen.

Am Anfang wird ab und zu ein bisschen «privatisiert», d.h. man ist zwar auf dem Trail nimmt aber auch noch andere interessante Sachen auf. In der Summe arbeitet Xändi aber sauber und konzentriert und trifft die richtigen Entscheidungen. Auch ein wild verstreuter Grünkübel mit allen möglichen Gemüsen mitten auf dem Trail blendet sie problemlos aus.

Am Ende des offenen Platzes auf der linken Seite war der Einstieg auf die Zielgerade. Ich war ja gespannt, offener Platz, Geruch wird oft verblasen, aber Xändi ging auf direktem Weg Richtung Einstieg. Kurz vor der Abzweigung nach links kreuzte noch ein Hund auf der Mauer auf. Kurzer Blickkontakt, heh ich hab keine Zeit, bin am arbeiten und dann ging es fliegend Richtung VP.

Das war insgesamt ein erfolgreicher Einstieg in unserer Traningswochenende😊.

Samstagnachmittag – P-Trail

Heute sollte Xändi zum ersten Mal einen P-Trail ausarbeiten. Was ist mit P-Trail gemeint?

Die Versteckperson kreuzt ihren eigenen Trail, was von oben betrachtet die Form des Buchstaben P zeigt. Bei einem jungen Hund ist es sehr wichtig genau zu beobachten, wie er sich am Schnittpunkt verhält, entsprechend ist es wichtig vom Instruktor auf den anstehenden Schnittpunkt aufmerksam gemacht zu werden.

  1. Variante: Hund arbeitet das Geruchsband vollständig aus
  2. Variante: Hund wechselt beim Schnittpunkt direkt auf die frischeste Spur

Es gibt kein falsch oder richtig. Es geht lediglich darum zu wissen, wie verhält sich mein Hund, wie arbeitet er, damit ich nicht irritiert bin, wenn ich den Schnittpunkt zweimal durchlaufe.

Bei Hunden, welche im Einsatz sind, kann damit auch entschieden werden, bei welchem Notfall, welcher Hund eingesetzt wird.

P-Trail: z.B. bei Einbrüchen, Diebstählen könnte auf der P-Schlaufe noch irgendwo Diebesgut verstreut sein

Direkter Trail: z.B. bei verwirrte Personen, Kinder müssen auf dem schnellst möglichen Weg gefunden werden

Xändi hatte das P sauber ausgearbeitet. Als sie das erste Mal beim Schnittpunkt ankam zögerte sie ganz kurz, ähmm, was ist denn das, ging dann aber sehr zielstrebig auf dem P weiter. Bei der zweiten Ankunft beim Schnittpunkt ging es aber ohne wenn und aber zackig weiter.

Das bedeutet jetzt aber nicht, dass Xändi immer in dieser Art und Weise ein P ausarbeitet. Um zu einer mehr oder weniger zuverlässigen Aussage zu gelangen, müssen mindestens zehn Trails dieser Art gearbeitet werden.

Es hat mich natürlich riesig gefreut, dass Xändi diese nicht ganz einfache Aufgabe so gut gelöst hat und der erste Tag ging somit für alle sehr befriedigend zu Ende.

Sonntagmorgen – Bahnhof & Umgebung

Der Treffpunkt war das Parkhaus des Bahnhofes, mir schwante Schlimmes. Trailen im Bahnhofareal, das wäre doch eher etwas für Fortgeschrittene 🥺!?! Ich brachte dann einfach meine Bitte an, dass ich als Erste starten dürfte, dann wäre doch noch nicht so ein Riesengewusel. Meiner Bitte wurde gerne nachgekommen 😌.

Ich war ziemlich nervös, nicht optimal, die Chance, dass man es auf den Hund überträgt ist ja mehr als möglich. Aber Xändi hatte das total ignoriert, sie ist gestartet, als ob sie das täglich machen würde. Kein wenn und aber!

Nicht einmal gezögert und gerade die Treppe, das ist ja auch nicht ohne, der Geruch kann ja quasi «runterfallen». Ich war nur noch am «Klötze» staunen.

Nach dem verlassen des Bahnhofes und der Überquerung einer breiten Strasse, standen wir an einem Riesenplatz mit fünf Abgängen. Was mach ich jetzt, war mein erster Gedanke. Genau diese paar Sekunden hatten gereicht, dass Xändi die Entscheidung getroffen hatte, in welche Richtung sie wollte und es war genau richtig!

Nach einem kleinen Durchhänger ging es wieder flott weiter, und als die Versteckperson gesichtet wurde gab es kein Halten mehr 😁.

Was für eine Leistung von meinem Jungspund. Zur Erinnerung, Xändi ist im Januar zwei Jahre alt geworden. Ich war sowas von beeindruckt und stolz auf sie!

Ich will jetzt nicht nur Xändi loben. Das Gewusel im Bahnhof wurde ja, je länger die Zeit fortschritt, ziemlich intensiv. Was die anderen Hunde unserer Truppe leisteten war sagenhaft und sämtliche Hundeführer waren mega beeindruckt. Wenn man es nicht gesehen hat, kann man es kaum glauben, was eine Hundenase leisten kann!!!

Sonntagnachmittag

Nach der Mittagspause und dem beeindruckenden Morgen war Allen nur noch nach einem entspannenden, ruhigen Trail zu Mute, was dann auch in die Tat umgesetzt wurde. Selbst da arbeiteten alle Hunde sehr zuverlässig und beeindruckten uns nochmals mit ihrem Arbeitseifer.

Nach diesem beeindruckenden Wochenende möchte ich an dieser Stelle nicht versäumen, Peter und Marlene herzlich zu danken, dass sie uns bei dieser Arbeit immer wieder beeindruckend aufzeigen, was unsere Hund fähig sind zu leisten. Danke!

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