{"id":3719,"date":"2023-11-09T19:05:55","date_gmt":"2023-11-09T18:05:55","guid":{"rendered":"https:\/\/xaendi.ch\/wordpress\/?p=3719"},"modified":"2023-11-09T19:07:07","modified_gmt":"2023-11-09T18:07:07","slug":"das-erbe-der-zucht-macht-kummer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xaendi.ch\/wordpress\/?p=3719","title":{"rendered":"Das Erbe der Zucht macht Kummer!!"},"content":{"rendered":"\n<p>In letzter Zeit denke ich oft: wohnen wir mit unserer Appenzellerin wirklich am richtigen Ort? Je \u00e4lter sie wird umso mehr schenkt sie den K\u00fchen ihre ganze Aufmerksamkeit, nicht immer zu meiner Freude. Dazu weiter unten mehr.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-rounded\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"582\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/xaendi.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/2023-10-09-Schraemlis-Davos-Frauenkirch-582x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3721\" style=\"aspect-ratio:0.568359375;width:471px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/xaendi.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/2023-10-09-Schraemlis-Davos-Frauenkirch-582x1024.jpeg 582w, https:\/\/xaendi.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/2023-10-09-Schraemlis-Davos-Frauenkirch-171x300.jpeg 171w, https:\/\/xaendi.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/2023-10-09-Schraemlis-Davos-Frauenkirch.jpeg 728w\" sizes=\"auto, (max-width: 582px) 85vw, 582px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Mit meinen fr\u00fcheren Hunden war mir dieser Trieb nie so wirklich aufgefallen, da wir eher in kuharmen Gegenden gelebt hatten. Dieser extreme Wille sich mit den K\u00fchen zu besch\u00e4ftigen kam somit nie so wirklich zum Vorschein.<\/p>\n\n\n\n<p>Liest man aber im <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.fci.be\/Nomenclature\/Standards\/046g02-de.pdf\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.fci.be\/Nomenclature\/Standards\/046g02-de.pdf\" target=\"_blank\">FCI-Standard<\/a> nach, heisst es bei der Verwendung klar: Treib-, H\u00fcte-, Wach-, Haus- und Hofhund. Vermutlich ist das Treiben nicht bei allen Hunden gleich stark ausgepr\u00e4gt, wie ich bei benachbarten Hunden schon beobachten konnte. Bei X\u00e4ndi ist dieses Treibpotenzial aber sehr stark ausgepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Potential musste ich leider innert kurzer Zeit drei Mal erleben und das ist keine sch\u00f6ne Sache. In diesen Momenten hatte ich wahrlich keine Freude an X\u00e4ndi. Ich kenne hier viele Bauern und die welche ich nicht kenne, kennen ganz bestimmt uns. Ich war immer darauf bedacht, dass wir nicht negativ auffallen und jetzt das.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie kam es dazu? In den Sommermonaten ist es  praktisch ein Ding der Unm\u00f6glichkeit, den Hund frei laufen zu lassen, entsprechend war ich meistens mit der Schleppleine unterwegs. Ende Oktober, anfangs November, je nach Wetterlage, werden dann die K\u00fche langsam eingestallt und die Z\u00e4une entfernt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>1. Ereignis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unweit von uns entfernt befindet sich ein kleines Bachtobel umgeben von einem kleinen Wald. Darin gibt es einen sehr kurzen Vita-Parcours und eine kleine Viehweide, welche sehr selten benutzt wird. Immer wenn ich die Weide erreicht habe und sie ist leer kann ich X\u00e4ndi mit gutem Gewissen laufen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einmal nicht richtig aufgepasst und schon war es geschehen. Trotz warten und Blickkontakt sauste X\u00e4ndi wie der Blitz ans Ende der Weide. Hier gab es eine kleine verdeckte Stelle und da standen so 8 &#8211; 10 Rinder. Diese wurden nun in meine Richtung getrieben. Da half alles Rufen und Schreien nichts, sie war in einem &#171;Tunnel&#187;.  Zum Gl\u00fcck kam mir der Bauer zu Hilfe. Mit einem gekonnten Wurf der Mistgabel, er hat X\u00e4ndi nat\u00fcrlich nicht getroffen, war ihre Aufmerksamkeit abgelenkt und ich konnte sie abrufen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#171;So gaht&#8217;s d\u00e4nn n\u00f6d&#187;!!<\/strong> Wo er Recht hat, hat er Recht. Ich h\u00e4tte im Erdboden versinken k\u00f6nnen. Zum Gl\u00fcck war es einer der Bauern, mit dem ich einen sehr netten Kontakt habe. Sp\u00e4ter habe ich mich nochmals mit einer guten Flasche Wein bei ihm entschuldigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>2. Ereignis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Herbst war zwei Wochen weiter fortgeschritten. Auf zwei grosse Weiden, ebenfalls getrennt durch ein kleines Bachtobel umgeben von Wald hatte ich vortags festgestellt, dass die Bauern zu unserer Freude die Weidez\u00e4une entfernt hatten, heisst die K\u00fche wurden eingestallt. <\/p>\n\n\n\n<p>Einer kleinen Weide unterhalb, noch mit alten Holzz\u00e4unen eingez\u00e4unt, hatte ich bis anhin keine grosse Beachtung geschenkt. Seit wir hier wohnen wurde hier lediglich das Gras gem\u00e4ht, K\u00fche habe ich in den 2 1\/2 Jahren noch nie gesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt k\u00f6nnt Ihr Euch ja sicher denken was  kommt! X\u00e4ndi war also frei, Abruf hatte vorher wunderbar geklappt, aber kaum n\u00e4herte ich mich dem W\u00e4ldchen sauste sie los. Als ich aus dem Wald heraus kam, konnte ich nur noch mit Schrecken feststellen, dass eine kleine Herde Angus-Rinder, Mutterk\u00fche mit Jungtieren, auf der Weide standen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die K\u00fche liessen sich jetzt aber nicht ganz so leicht herumtreiben, die Leitkuh ging sogar zeitweise auf X\u00e4ndi los, was sie aber nicht besonders beeindruckte. Sie war viel zu flink um in Gefahr zu kommen. Als sie dann die K\u00fche in meine Richtung trieb und diese ziemlich geschlossen waren, konnte ich sie endlich abrufen und sie kam. <\/p>\n\n\n\n<p>Keine Meisterleistung, aber wir hatten soweit Gl\u00fcck, dass nichts passiert war. Auf der restlichen Hunderunde gab es an dem Tag nur noch Leinenzwang.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>3. Ereignis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wiederum eine Woche sp\u00e4ter. Auf einer anderen Route hatte mir die B\u00e4uerin tags zuvor gesagt, das Vieh sei jetzt eingestallt. Sch\u00f6n f\u00fcr uns. Ich liess X\u00e4ndi mit dem gewohnten Ritual los, sie zeigte keinerlei Hektik. Durchatmen und dann doch wieder Horror. Hinter einer Ecke waren doch noch ein paar K\u00fche auf der Weide. <\/p>\n\n\n\n<p>Dass die Weiden der Bauern so verzettelt sind, war mir bis dahin nicht bewusst geworden. Zudem war bis dahin hier auch noch nie Vieh gestanden. Flink war sie auf der Weide und die Bellerei ging los, aber sie machte keine Anstalten zu treiben. Auch konnte ich sie beim 3. Mal &#171;Hier&#187; abrufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nochmals mit einem blauen Auge davongekommen, respektive kein Bauer hatte reagiert. Das war&#8217;s dann aber, sie darf nur noch frei laufen, wenn ich eine sehr grosse Weitsicht habe. Kein Risiko mehr!!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bis dahin ist mir nicht bewusst gewesen, wie stark dieser Trieb ist und der Hund gar nicht anders kann. Meine Tier\u00e4rztin in Appenzell hatte mir einmal gesagt: Man kann nicht, was seit -zig Generationen in der Zucht mit Schwergewicht ausgelesen wurde, in zwei, drei Generationen wieder neutralisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn X\u00e4ndi beim Maintrailen super arbeitet, dieser Trieb kann meiner bescheidenen Ansicht nach damit nicht kompensiert werden. Wir werden weiter fleissig an der Impulskontrolle arbeiten und damit, man soll die Hoffnung nicht aufgeben, hoffentlich eine Verbesserung erreichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In letzter Zeit denke ich oft: wohnen wir mit unserer Appenzellerin wirklich am richtigen Ort? Je \u00e4lter sie wird umso mehr schenkt sie den K\u00fchen ihre ganze Aufmerksamkeit, nicht immer zu meiner Freude. Dazu weiter unten mehr. 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